4. Mai 2016 bis 22. Mai 2016 - 18 Tage, die besser nicht hätten laufen können

Abschlussbericht der fünften Ghanareise

Auch, wenn wir euch in den letzten 18 Tagen so gut es ging über die Erfolge in Ghana auf dem Laufenden halten konnten, findet ihr hier einen detaillierten Abschlussbericht. So bekommt ihr eine Vorstellung von unseren finanziellen Dimensionen und ihr könnt nachvollziehen, für was die Spendengelder genau ausgegeben wurden.

Insgesamt wurden dieses Mal rund 32.000 Euro bzw. 132.000 Ghana-Cedi (Wechselkurs schwankend bei 1:4,2) für das Projekt in Gomoa Tarkwa verwendet. Diese Summe setzt sich aus folgenden großen Punkten, geordnet nach Höhe der Beträge, zusammen:

1. Der Anschluss des Waisenhauses an das öffentliche Stromnetz, und für uns Priorität Nummer 1, hat uns ca. 8.200 Euro bzw. 33.800 Ghana-Cedi gekostet. Diesen Betrag haben wir an die Elektrizitätsbehörde in Cape Coast gezahlt, bei unserer Abreise waren die Anschlussarbeiten in vollem Gange, nächste Woche sollte die Stromversorgung des Waisenhauses stehen. Vorallem für die Kinder ist dies der mit Abstand größte Erfolg der diesjährigen Ghanareise; ihr Alltag kann sich nun auch noch nach Sonnenuntergang abspielen, insgesamt wird das Leben im Waisenhaus dadurch immens aufgewertet.
2. Der Kauf von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln, Schulmaterial auf dem Markt in Agona Swedru war uns dieses Mal 3.480 Euro bzw. 14.600 Ghana-Cedi wert. Die Mengen, die im Lagerraum des Waisenhauses verstaut sind, sollen die nächsten zwei bis drei Monate gut ausreichen. Danach ist unser Ziel, monatlich eine Summe bereitzustellen, die die laufenden Kosten für Nahrung und die weitere Grundversorgung im Waisenhaus deckt.
3. Die Gehälter für unsere sechs Mitarbeiter sind für das komplette Jahr im Voraus gezahlt und belaufen sich auf 2.600 Euro bzw. 10.600 Ghana-Cedi. Unsere Lehrerin für die Kindergartenkinder Vivien, die zwei Krankenschwestern, die Waschfrau Gladis, Ma und John machen einen großartigen Job und wir können uns mehr als glücklich schätzen, sie zu haben. John zahlt die Löhne jeweils zum Monatsende verlässlich aus.
4. Kleinere Ausgaben für z.B. einem neuen Satz Klamotten sowie einen Koffer für die Aufbewahrung persönlicher Gegenstände für jedes Kind, Küchenutensilien, andere Haushaltsartikel, zwei Fahrräder und einen Kühlschrank kosteten ca. 1.670 Euro bzw. 7.000 Ghana-Cedi.

Und dann gibt es noch eine Entwicklung, von der wir euch erst berichten wollten, wenn das ganze auf sicheren Beinen steht, und dies ist nun der Fall: Das Waisenhaus „Home for Hope“ wird ab September noch dazu eine Schule sein, die „Home for Hope Preparatory School“! Mit dem Gedanken, das Waisenhaus um eine Schule zu erweitern bzw. in eine „Boarding School“ zu verwandeln, haben wir schon lange gespielt, und dieses Mal in Ghana hatten wir unglaublich viel Glück mit wertvollen Kontakten zu Baufirmen und Behörden, so dass wir den Bau von vier Klassenzimmern und einem kleinen Verwaltungsbüro für die Schule in Auftrag gegeben haben, Kosten: rund 16.000 Euro bzw. 65.000 Ghana-Cedi. Die Schule soll zu Beginn des neuen Schuljahres im September eröffnen. Eine „Preparatory School“ zu sein bedeutet, dass dort vom Kindergarten bis zur sechsten Klasse Kinder unterrichtet werden; nach der sechsten Klasse gehen Kinder in Ghana auf eine Junior-Highschool und danach weiter auf eine Senior-Highschool, an deren Ende der Abschluss wartet. Die Schule wird offen für Kinder aus den umliegenden Dörfern sein, die für einen Ghana-Cedi, der die Kosten für die Mittagsverpflegung enthält, am Schulgeschehen teilnehmen und nach Schulschluss am Nachmittag wieder heimfahren; unsere Kinder bleiben – ähnlich zu einem Internat und getreu dem Konzept einer „Boarding School“ – natürlich weiterhin im Waisenhaus wohnen. Des weiteren werden wir sechs Lehrer einstellen, die den Kindern die Ausbildung geben sollen, die sie verdienen. Vorallem auch für das Projekt „Schule“ war der Anschluss des Waisenhauses an das Stromnetz von hoher Bedeutung.
Wir sind uns bewusst, dass mit Eröffnung der Schule im September noch einmal mehr Verantwortung auf uns zu kommt. Aber nun sind wir an dem Punkt angelangt, an dem das Waisenhaus gegenwärtig so weit läuft, dass wir uns jetzt aktiv um die Zukunft der Kinder kümmern können. Wir haben uns lange mit John über die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Kindes besprochen, planen, die sieben größten Kinder bald auf Junior-Highschools in der nächstgrößeren Stadt zu schicken, die ihnen die bestmögliche Bildung bieten. Racheal, das größte Mädchen, ist sogar schon mit ihrer schulischen Ausbildung fertig und überlegt sich, auf eine weiterbildende Computerschule zu gehen oder zu studieren.
Mit Gründung der „Home for Hope Preparatory School“ gehen wir sicher einen großen Schritt in Richtung der nachhaltigen Unterstützung der Kinder. Dort werden sie bis zur sechsten Klasse ungestört lernen können, danach werden wir für jedes Einzelne eine individuelle Lösung finden, damit sie als Erwachsene auf eigenen Beinen stehen können.
Wir freuen uns darauf, diesen Weg mit den Kindern und euch zusammen zu gehen und sind wie immer gespannt, was die Zukunft so bringt! Und: Ohne euch wäre das alles, was hier geschrieben steht, nie möglich gewesen.

Alles in allem sind wir immer noch erstaunt, wie problemlos diese Reise vorüberging; wir hatten weder Probleme mit Behörden, falschen Versprechen oder verspäteten Treffen, noch waren wir krank oder – so wie vor zwei Jahren – mit den Nerven am Ende. Nach all dem Stress und den Problemen, die wir teilweise die letzten Male in Ghana hatten, finden wir das nur fair.

Wir sind übrigens wieder gut in Deutschland angekommen, nach einer entspannte Nacht bei unseren Familien daheim geht es für uns jetzt wieder zurück ins ernste Leben, die Uni ruft!

Über kommende Events oder andere Entwicklungen halten wir euch natürlich wie immer auf dem Laufenden. Bis dann! Caro und Lari

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Here you find the detailled final report of our journey to Ghana; we want to make sure you know what the donated money has been used for and also get an impression of our financial volume.
All together we spent an amount of 32.000 Euro or 132.000 Ghana-Cedi (exchange rate 1:4,2). This amount consists of the following points:
1. Connecting the orphanage to the public electricity network cost us around 8.200 Euro or 33.800 Ghana-Cedi, which we paid to the Ghanaian Electricity Authority in Cape Coast. Works have already gone well, this week the orphanage will have light which will increase the quality of life of the kids and our workers extremely.
2. During two days at the market in Agona Swedru, we spent 3.480 Euro or 14.600 Ghana-Cedi on food, medication, sanitary goods and school material; these things are safely stored in the orphanage and are supposed to last for the next 3 months.
3. We paid the salaries for our 6 employees (1 teacher, 2 nurses, 1 washing lady, 1 mother, John) for the whole year in advance, which makes 2.600 Euro or 10.600 Ghana-Cedi. They are doing an amazing job and we are so glad to have them!
4. Smaller amounts of money were spent for example on clothes and storage bags for every child, two bikes, a fridge and things for the household and sum up to an amount of 1.670 Euro or 7.000 Ghana-Cedi.

And then there is something we've been wanting to tell you the whole last three weeks but wanted to wait until we were a hundred percent sure that it was really going to happen: The „Home for Hope Orphanage“ will be the „Home for Hope Preparatory School“ from September 2016 on! The thought of building a school has always been on our minds because- as always- we want to enable the kids to have a gret future, and eduacation is the key. Through some great local contacts in Ghana we were therefore able this time to implement this plan of ours; within the next three months there will be four classrooms and an office built on the property, right next to the orphanage building, costs: 16.000 Euro or 65.000 Ghana-Cedi. It is going to be a preparatoty school (Kindergarden up to class 6), and kids from the surrounding villages will be able to attend as well, for the daily fee of 1 Ghana-Cedi including lunch. Our kids will of course keep living in their house, so for them it will be like a boarding school; six teachers will be teaching. Until the kids are around 13, they can study in our school, after this period they will have to go first to a Junior- and then to a Senior Highschool. We have been talking a lot with John about the education especially for the older kids who already have the age to attend to Junior-Highschools, and we are willing to support every single one in his or her strenghts and send them to highschools we know will push them forward towards open minded and educated young adults. All in all, we know that our and also John's responsibilty for the kids keeps increasing, especially now with founding the school, but at the same time we are extremely confident in what we are doing and are excited to be able to support the kids with building their future; that is what we have been striving for ever since. We are happy to walk this way together with you and our people in Ghana!

By the way, we arrived safely in Frankfurt yesterday and after spending a relaxed night at our families' houses, today real life starts again, we'll have to head back to university.
We will keep you updated about everything that is going to come up! And once more: without you all the things written here would have never been possible.

Caro and Lari

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