Die Ghana - Reise 2014 - Vier intensive Wochen in Westafrika

Vom 20. August bis zum 16. Oktober waren Caro und Lari wieder in Ghana, um die geplanten Projekte in die Tat umzusetzen, und zu sehen, dass es den Waisenkindern in Gomoa Tarkwa gut geht. Sie haben sich bemüht, einen regelmäßigen Blog direkt aus Ghana zu schreiben. Hier finden Sie in chronologischer Reihenfolge von unten nach oben alle Posts aus Ghana und die abschließende Bilanz aus Deutschland:

Die Abschlussbilanz - Deutschland

In den vier Wochen, die wir in Ghana verbracht haben, haben wir insgesamt 70.000 Cedi an Spendengeldern verwendet, das entspricht (nach dem damaligen aktuellen Wechselkurs von 1€: 4,9 Cedi) 14.285 €.
Aufgeteilt ist diese Summe in folgende Punkte:

1. Bauprojekt
Um das komplette Gebäude fertigzubauen, also für Baumaterialien wie Zement, Steine, Fenster, Türen etc., haben wir 59% der Spendengelder benötigt, das entspricht einem Betrag von 41.300 Cedi oder 8.430 €, also den größten Teil der Spendengelder. Während unserer Abwesenheit wird somit das Haus fertiggestellt werden, so dass uns die Kinder bei unserem nächsten Besuch in ihrem tollen Waisenhaus begrüßen können.

2. Brunnenbau
Für den Bau des Brunnens, der die Kinder künftig mit sauberem Grundwasser versorgen wird, haben wir 16 % der Spendengelder verwendet, also eine Summe von 11.000 Cedi bzw. 2267 €, für uns eine der wichtigsten Ausgaben dieses Mal.

3. Nahrungsmittel
Um zu gewährleisten, dass die Kinder für die nächsten Monate genug zu essen haben, und dieses Essen auch einigermaßen ausgewogen ist, haben wir 12%, also 8.000 Cedi oder 1.635 € für Reis, Bohnen, Fisch, Mehl, Zucker, Öl etc. ausgegeben.

4. Schulgebühren/Schulmaterial
Für unsere 32 Schulkinder haben wir für ein Jahr im Voraus die Schulgebühren und Schulmaterialien wie Hefte und Blöcke bezahlt. Das entspricht 7% der Spendengelder oder 4.800 Cedi bzw. 980 €.

5. Generator
Um das Waisenhaus endlich mit Strom zu versorgen und den Kindern damit zu ermöglichen, auch nach 18 Uhr Abends nicht in völliger Dunkelheit spielen und essen zu müssen, haben wir uns für die Möglichkeit der Stromgewinnung mit Hilfe eines Generators entschlossen. Dieser ist relativ preiswert, wird mit Benzin und Öl betrieben, und seine Kapazität reicht für das Waisenhaus vollkommen aus. 4% der Spendengelder oder umgerechnet 2300 Cedi oder 470 € hat uns dieser gekostet.

6. Medizin
Damit die Kinder wieder ausreichend medizinisch versorgt sind, haben wir dieses mal 1% der Spendengelder, also 664 Cedi oder 136 € für eine riesige Box an Medikamenten ausgegeben. Wenn man bedenkt, dass Medikamente in Ghana selten mehr als einen Euro kosten, ist das eine ziemlich große Summe, die sich sicher in der Gesundheit der Kinder bezahlt machen wird!

Ohne eure Hilfe hätten wir diese ganzen Punkte jedoch nie schaffen können. Jeder einzelne Euro hat uns ein Stück vorangebracht. Wir hoffen, auch in Zukunft auf eure Unterstützung zählen zu können!

Jetzt sind wir erst einmal am Event-Planen: Es stehen Vorträge an, in denen wir über unser Projekt informieren, und am 22. November gibt es endlich wieder ein Benefizkonzert im Rock It in Aalen. Caro und Lari werden auch vor Ort sein, wollt ihr uns also einmal persönlich kennen lernen und dabei in den Genuss großartiger Musik kommen, kommt vorbei!

Liebe Grüße
Caro und Lari


16.9.14 - Gomoa Tarkwa

Hallo ihr Lieben!

Nach vier intensiven Wochen heißt es nun für uns, unsere Sachen zu packen, Gomoa Tarkwa, den Kindern und unseren Freunden hier „Bye, Bye“ zu sagen. In Anbetracht dessen, was wir hier wieder alles erlebt, an Erfahrungen und neuen Kontakten gewonnen, Enttäuschungen überstanden und Erfolge gefeiert haben, ist der Abschied von unserem ghanaischen Leben nie ein endgültiger Strich, sondern wir blicken jetzt schon wieder in die Zukunft.

Alles in allem reisen wir mit einem wirklich guten Gefühl ab. Dass uns vor allem der Grundstückskauf so schwer gemacht werden würde, damit hatten wir zwar nicht gerechnet, und auch, dass wir die Wasseraufbereitungsanlage beim besten Willen nicht aus den Händen des ghanaischen Zoll bekommen würden, hatten wir uns nicht so vorgestellt.
Aber was uns über diese einzelnen Enttäuschungen hinweg geholfen hat, ist die Sicherheit, dass es den Kindern richtig, richtig gut geht. Alle Baumaterialen lagern im Waisenhaus, die Arbeiten sind in vollem Gange und wir schätzen, dass das Haus in ca. zwei Monaten komplett fertiggestellt sein wird; das alleine war ja schon immer unser Traum. Hinzu kommt, dass die Kinder für die nächsten Monate aufjedenfall genug Nahrung und Medizin haben, das ganze nächste Jahr unbesorgt in die Schule gehen können, aus ihrem eigenen Brunnen sauberes Wasser trinken, Dank eines Generators nicht mehr ohne Strom leben müssen und so in ihrem neuen Zuhause einfach glücklich sein können. Genau das war immer unser Ziel, und wir sind so froh, dieses Ziel neben dem ganzen Ärgernissen nicht aus den Augen verloren, sondern zu 100% umgesetzt zu haben.
Damit dies auch so bleibt, werden wir unser Bestes geben, in einem halben Jahr wieder nach Ghana zu fliegen, um uns zu vergewissern, dass in unserer Abwesenheit auch alles gut gelaufen ist. In der Zwischenzeit wird uns unser Mitarbeiter vor Ort, John Essah, regelmäßig mit Bildern und Berichten von der Baustelle und der allgemeinen Lage im Waisenhaus versorgen. Die Wasseraufbereitungsanlage wird außerdem von John Essah uns einem unserer Kontaktmänner in Ghana vom Hafen abgeholt werden, so dass wir sie bei unserem nächsten Aufenthalt hier anschließen und in Gang bringen können. Dann werden wir auch einen neuen Versuch starten, das Grundstück zu kaufen, irgendwann, so sind wir uns sicher, wird es schon klappen, getreu dem ghanaischen Motto : „There’s no hurry in life“.
Eine ausführliche Bilanz über alles, was wir in unseren vier Wochen hier bewerkstelligt, wieviel Spendengelder wie für was verwendet haben, werden wir sobald wie möglich von Deutschland aus veröffentlichen.
Nun geht die Reise los nach Accra, heute Abend geht der Flieger gen Heimat und morgen Früh werden wir dann in Deutschland landen.
Danke für eure Unterstützung!
Ihr hört von uns!
Caro und Lari


9.9.14 - Gomoa Tarkwa

Hallo ihr Lieben!
Diese Woche hat nun endlich einmal ein paar große Fortschritte gebracht. Die Dokumente für den Grundstückskauf sind nun beim ghanaischen Gericht, das - hoffentlich schnell - alles für gut befinden wird. Während dieser Prozess läuft, haben wir Anfang der Woche unsere restlichen Vorhaben gestartet, denn es gibt so viel zu tun und wir wollten nicht noch mehr Zeit verlieren. Dieser Entschluss hat uns unglaublich motiviert, und die Dinge sind bis jetzt auch wirklich gut gelaufen: Gestern waren wir einen ganzen Tag zusammen mit unserem Mitarbeiter John in Agona Swedru, der nächstgrößeren Stadt, unterwegs, um alle Materialen, die für die komplette Fertigstellung des Hauses benötigt werden, einzukaufen. Der Tag war anstrengend, hat sich aber mehr als gelohnt: Ein riesen Laster hat spätabends alle Baumaterialen zum Waisenhaus gebracht. Morgen beginnt der Bau des Brunnens und parallel alle Arbeiten am Haus - Fließen verlegen, Fenster und Türen einsetzen, Wände verputzen und so weiter.
Jetzt fehlt nurnoch die Wasseraufbereitungsanlage, der ghanaische Zoll macht uns da einen dicken Strich durch die Rechnung, aber wir sind trotzdem noch zuversichtlich, die Maschine vor unserer Abreise vom Hafen abholen zu können und sicher ins Waisenhaus zu bringen.
Wir melden uns hoffentlich bald wieder mit weiteren guten Neuigkeiten!
Ach ja, und was uns natürlich am allermeisten gefreut hat: Katrin ist seit ein paar Tagen hier und wir haben wieder viel Spaß als Ghana-Trio.

Eure Caro und Lari
 

 

2.9.14 - Gomoa Tarkwa

Hallo ihr Lieben!

 Viel Zeit ist vergangen, seitdem wir uns das letzte mal gemeldet haben. Zeit, in der wir so viele Dinge erledigen wollten, unsere To-Do-Liste fing beim Brunnenbau an und hörte beim Bodenverlegen im neuen Waisenhaus auf. Wir waren so motiviert, den Kindern endlich alles das bieten zu können, was sie sich wirklich verdient hatten, also sauberes Wasser, ein fertiges Haus und so viele andere Dinge. Doch leider hat das alles nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Denn der wichtigste Punkt unserer To-Do-Liste war der Kauf des Grundstücks, auf dem das neue Waisenhaus steht. Erst, wenn dieses Grundstück auf die Stiftung "Home for Hope" läuft, können wir dort nämlich mit gutem Gewissen Spendengelder verwenden um unsere Pläne in die Tat umzusetzen. Um endlich loszulegen, mussten wir also unbedingt dieses Grundstück kaufen. Lange Rede kurzer Sinn: Seit genau 2 Wochen sind wir in Ghana, fünf mal wurden wir von der Person, von der wir das Grundstück kaufen wollen, auf einen anderen Termin vertröstet. Fünf mal wurden wir ziemlich enttäuscht. Leider stehen wir dieser Situation machtlos gegenüber, da das ghanaische System, Grundstücke zu erwerben, ganz anders abläuft als das deutsche. Deshalb sind wir jedes mal dazu verdammt, auf den nächsten Termin zu hoffen, das Geld für das Grundstück endlich zu bezahlen und dann richtig durchstarten zu können. Für uns ist das nicht leicht, heute war wieder so ein Tag, an dem abgemacht war, dass wir das Grundstück kaufen können, und wieder wurde nichts daraus. Langsam liegen unsere Nerven blank, aber aufgeben tun wir jetzt aufkeinenfall. Wir werden wohl unsere To-Do-Liste, unsere Erwartungen, hier alles in unseren vier Wochen bewerkstelligen zu können, herunterschrauben müssen. Wenn wir das akzeptiert haben, also dass wir einfach nicht alles schaffen können, was wir uns vorgenommen haben, entspannen wir uns vielleicht auch wieder ein bisschen. Leider läuft in Ghana nun eben alles ein bisschen langsamer als in Deutschland, und das geht einem manchmal an die Nieren.

Das mag jetzt alles sehr negativ klingen, jedoch gibt es auch kleine Lichtblicke: Wir sind wieder einmal auf den großen Markt gefahren, um den Kindern eine große Menge an Essen zu kaufen. Heute haben wir die Schulgebühren aller 33 Schulkinder für das komplette nächste Jahr bezahlt. Und sobald es mit dem Grundstück geklappt hat, werden wir alles dafür geben, den Kindern hier das beste Zuhause der Welt zu schaffen.

Ihr hört von uns!


 

 21.8.14 - Gomoa Tarkwa

Hallo ihr Lieben!
Immer noch ein bisschen unfassbar aber gleichzeitig unglaublich schön – so ist das für uns, Carolin und Larissa, wieder in Ghana zu sein. Gestern Abend sind wir in Accra angekommen, haben uns den wohlverdienten Schlaf im Hostel gegönnt, und heute gab es unzählige wichtige Informationen bezüglich unserer Vorhaben hier für das Waisenhaus in Gomoa Tarkwa. Mit Tina, einer unserer ghanaischen Bezugspersonen, haben wir das meiste klären können: Der Kauf des Grundstücks, der Bau des Brunnens, die Anmeldung des Waisenhauses bei den ghanaischen Behörden, die Prüfung des Waisenhausgebäudes durch einen Statiker, der Anschluss des Waisenhauses an das Stromnetz und noch ein paar kleinere Angelegenheiten. Nachdem wir uns vor unserer Abreise in Deutschland fast verrückt gemacht hatten, weil wir nicht wussten, wie wir hier mit unseren Plänen vorankommen würden, war dieses Gespräch eine unvorstellbare Erleichterung für uns.
In Taten umgesetzt werden unsere Pläne nun wie folgt: Morgen haben wir ein großes Treffen mit den „Chiefs“ des Dorfes und der Grundstücksbesitzerin, um das Grundstück nun endlich auf die „Home für Hope“ – Stiftung laufen zu lassen. Somit kann niemand anderes Anspruch auf das Grundstück stellen, und das Waisenhaus kann dort für immer bleiben.
Anfang nächster Woche soll der Brunnen gebaut werden; die restlichen Pläne werden dann – so hoffen wir – gut parallel laufen. Für uns zb. sehr wichtig ist vor allem, das Gebäude endlich komplett fertigzustellen. Heute haben wir natürlich auch die Kinder im Waisenhaus besucht – für uns das mit Abstand schönste Erlebnis heute, allen geht es gut und es gibt sogar fünf neue Kinder – und auch, wenn wir baff waren, wie toll das neue Waisenhaus ist, wie viel Platz das Grundstück bietet, wie sich die Kinder eingelebt haben, wie die sanitären Anlagen funktionieren und wie alle ihr neues Zuhause lieben, so müssen doch noch viele Wände verputzt, Böden verlegt und Fenster eingesetzt werden. Das wird aber im Gegensatz zu unseren anderen Vorhaben ein Klacks.
Anfang September werden wir dann nach Accra fahren, um dort am Hafen Tema die lang ersehnte Wasseraufbereitungsanlage, die uns zur Verfügung gestellt wurde, abzuholen, zu verladen, nach Gomoa Tarkwa zu bringen und sie dort selbst (mit Hilfe einer detaillierten Foto-Anleitung) im Waisenhaus anzuschließen. So können die Kinder nun endlich komplett sauberes Wasser trinken.
Also, viele Pläne, die es umzusetzen gibt, jedoch waren wir noch nie zuversichtlicher als jetzt, und unsere Motivation, in den vier Wochen, in denen wir hier sind, auch wirklich alles zu schaffen, ist grenzenlos. Diesen Optimismus verdanken wir zum größten Teil unserem Mann vor Ort, John Esaah. Ein weiteres Mal ist uns wieder klar geworden, wie viel dieser Mann für das Waisenhaus und die Kinder dort gibt, und dass wir ohne ihn aufgeschmissen wären.
Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass uns die ghanaischen Behörden/der ghanaische Zoll, das Wetter, Unzuverlässigkeiten oder andere, nicht kalkulierbare Ereignisse, einen Strich durch die Rechnung machen.
So oder so, wir halten euch auf dem Laufenden und sind einfach nur glücklich hier!
Liebe Grüße aus Gomoa Tarkwa, eure Caro und Lari